NRW-Studie zu innerstädtischen Einkaufszentren

Wie wirken sich innerstädtische Shopping-Malls auf die Städte und ihre gewachsenen Einkaufsstraßen aus? Auf diese Frage gibt es inzwischen eine Reihe gesicherter Antworten. Verwaltung und Politik wissen davon jedoch oft nichts. Zudem werden die Konflikte zwischen privaten und öffentlichen Interessen oft nicht ausreichend thematisiert – oder aber direkt zugunsten der Privatwirtschaft entschieden. Mit der vom NRW-Wirtschaftsministerium herausgegebenen Studie zu innerstädtischen Einkaufscentern (Stand Januar 2011) sollen den Rathäusern anschaulich lesbare Empfehlungen zum Umgang mit dem hochsensiblen Thema an die Hand gegeben werden.

Studie: Zum Umgang mit großen innerstädtischen Einkaufscentern (PDF-Dokument zum Download)

Auszug aus der Studie:

Eckdaten zur Centerentwicklung

Die Situation bei den Einkaufszentren insgesamt lässt sich kurz so beschreiben: Anfang 2010 gab es in Deutschland 428 großflächige Einkaufscenter mit einer Gesamtmietfläche von ungefähr 13,5 Mio. qm. Darüber hinaus ist bekannt, dass in den nächsten vier Jahren über 40 Center hinzukommen werden. In Nordrhein-Westfalen bestehen zu Beginn des Jahres 2010 68 Center mit rund 1,7 Mio. qm Mietfläche. Der Umsatz der Center liegt inzwischen bei knapp zehn Prozent bezogen auf den Gesamtumsatz des Einzelhandels.

Diese Verkaufsflächenzuwächse sind vor dem Hintergrund der allgemein ungünstigen ökonomischen Rahmenbedingungen zu sehen: Die Umsätze im Einzelhandel stagnieren und die Kaufkraft, insbesondere als Folge der negativen Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung, sinkt. Zudem ist die aktuelle Verkaufsflächenausstattung in Deutschland als Folge einer rasanten aufwärtsentwicklung bei verschiedenen Betriebsformen in der jüngeren Vergangenheit bereits sehr hoch.

Seit Mitte der 1990er Jahre wird zudem verstärkt der Standort Innenstadt gesucht, weil, wie schon angesprochen, die Genehmigungsvorbehalte bei „Grüne Wiese-Standorten“ größer sind

und weil zudem auch ein innerstädtischer Centertypus geschaffen wird, der die „natürliche Frequenz“ der Innenstadt gerne nutzt. Inzwischen gibt es rund 200 Shopping-Center in den Innenstäten und Stadtteilzentren. Die Mieterstrukturen in den Anlagen unterscheiden sich – gliedert man nach Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungen – kaum voneinander. Der Einzelhandel ist mit einem Mietflächenanteil von generell über 80 Prozent, zum Teil sogar über 90 Prozent, der die Center dominierende Nutzer.

Die Wettbewerbsvorteile großer Center liegen auf der Hand: Durch ihre Größe und durch ihre Möglichkeiten, über ein einheitliches Management Miethöhen, Branchenmix und Marketing ausgerichtet an einem gemeinsamen Unternehmensziel zu steuern, sind sie vielen Einzelkonkurrenten überlegen.

Diese Entwicklung spielt sich vor einem quantitativ gesättigten Markt ab: Deutschland nimmt mit cirka 1,4 qm Verkaufsfläche pro Einwohner einen Spitzenplatz in Europa ein; in vielen Regionen stagnieren oder sinken Bevölkerungszahl und Kaufkraft.


Interner Link:

Ehrenfeld sei unterversorgt – das behauptet die Potenzialanalyse von Stadt + Handel. Doch stimmt das auch? Die Bürgerinitiative hegt erhebliche Zweifel an der in dem Gutachten geäußerten Verträglichkeit eines Einkaufszentrums auf dem Helios-Gelände und hat ihre Kritikpunkte auf einer etwa zehnseitigen Ausarbeitung zusammengefasst:

Widerlegung Potenzialanalyse durch die Bürgerinitiatve Helios (PDF-Dokument zum Download)

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