Kulturmeile Heliosstraße

Langfristige Perspektiven für die Heliosstraße und das gesamte Gelände

Alle Gebäude, die Zeugnis von der industriellen Vergangenheit des Helios-Geländes in Köln-Ehrenfeld ablegen, reihen sich an der Heliosstraße wie auf einer Perlenschnur auf: das Wahrzeichen Ehrenfelds, der Heliosturm, die denkmalgeschützte Rheinlandhalle und das Helioshaus, aber auch der in ganz Köln beliebte italienische Feinkosthandel Parma Delikatessen, der international bekannte Musikclub Underground und das mit Landesmitteln geförderte Projekt Design Quartier Ehrenfeld (DQE).

Diese bereits bestehenden Einrichtungen bieten eine große Chance, durch sukzessive Erweiterung, kostengünstige Ein-, Um- und langfristig vielleicht sogar Neubauten, ein Kreativquartier zu entwickeln, das das bunt gemischte Szeneviertel Ehrenfeld in seinem Charakter weiter stärken könnte.

Unter dem Heliosturm könnte eine Kulturmeile entstehen, die als Pionier der langfristigen Neunutzung des Helios-Geländes Impulse gibt und neben der absehbar langjährigen Baustelle bereits in den nächsten Jahren vielfältige neue Qualitäten für die Ehrenfelder und Kölner Bürger bietet.

Die Heliosstraße müsste für den Durchgangsverkehr gesperrt, für Fußgänger und Radfahrer attraktiv gestaltet und durch einen großzügigen Übergang mit dem U- und S-Bahnhof Ehrenfeld verbunden werden. Denkbar ist hier eine von allen Verkehrsteilnehmern gleichberechtigt nutzbare Fläche, die am Heliosturm durch attraktive Gastronomie ergänzt werden könnte.

Die von Baudezernent Bernd Streitberger eingebrachte Idee, für das Heliosgelände einen innovativen Planungsprozess zu entwickeln, erscheint interessant. Es müsste ein Weg gefunden werden, wie in der Bauleitplanung die nötige Offenheit für jetzt noch nicht im Detail absehbare Entwicklungen ermöglicht, wichtige städtebauliche Festlegungen zum Beispiel zu öffentlichen Plätzen und Wegen aber trotzdem getroffen werden können.

Wir schlagen hierfür den Bestandsschutz für die nicht denkmalgeschützten historischen Hallen (DQE und Feinkosthandel) und für die Nutzung Musikclub Underground vor. Der östliche Teil des Helios-Geländes, der zur Zeit vor allem als Parkplatz, Schnellrestaurant und Gewerbefläche genutzt wird, bietet genug Raum für Neubauten und deren Infrastruktur.

Passende Ideen für die Nutzung dieser Flächen werden im Fruhjahr 2012 im Bürgerbeteiligungsverfahren entwickelt. Der darauf aufbauende städtebauliche Wettbewerb soll dann eine attraktive Struktur des Netzes aus öffentlichen Wegen und Plätzen ergeben, aber auch einen Vorschlag zur schrittweisen Umsetzung des Gesamtprojekts aufzeigen.

Wenn eine offene Schule gebaut werden soll, erfordert dies einen gesonderten Architekturwettbewerb, der darüber hinaus sowohl die gewünschte Doppelnutzung von Gebäuden und Flächen (öffentliche (Schul-) Bibliothek, Schulhöfe/Plätze, Mensa/Café, Aula/Veranstaltungsraum), die Mitnutzung von Bestandsflächen (Turnhalle im jetzigen Fitnessstudio im Dach der Rheinlandhalle?) einbezieht als auch Rücksicht auf den anwachsenden Raumbedarf nimmt (die Schule beginnt mit Jahrgangsstufen 1, 5 und 9 und wächst dann erst über 4 Jahre auf die volle Schülerzahl an).

Baurechtlich müssen die in der Bürgerbeteiligung entwickelten und später im Rat beschlossenen Ziele und deren Umsetzung langfristig gesichert werden. Ein innovativer Planungsprozess steht also auch vor der Herausforderung, hier neue Planungsinstrumente anzuwenden und gegebenenfalls zu entwickeln.

Internationale Beispiele (Ile de Nantes: schrittweise Entwicklung und regelmäßige Anpassung der Planung in Rückkopplung mit der realen Projektentwicklung bei der Konversion eines Industriehafens zum urbanen Wohn- und Kreativquartier) können hier wertvolle Anregungen sein.

Für die Bürgerinitiative BI Helios geht es nicht um die Aufwertung eines zentral gelegenen Geländes zu einem „hochwertigen“ Büroquartier (das bietet bereits das nahe gelegene Vulkangelände), sondern um die Verwandlung eines ehemaligen Industriestandorts in ein lebendiges Quartier, das für alle Ehrenfelder Bürger Angebote zur Bildung, Unterhaltung, Gastronomie, Handwerk, Kleingewerbe und Wohnflächen bereit hält.

Almut Skriver für die Bürgerinitiative BI Helios – Stand 30. Januar 2012

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