Bilanz der ersten Werkstatt

Kein Einkaufszentrum im Herzen Ehrenfelds – das war Konsens bei der Helios-Werkstatt im Februar 2012. Die etwa 100 Teilnehmer waren sich aber auch in anderen wichtigen Fragen einig: Autofrei, öffentlich zugänglich und vielseitig genutzt – so soll die Zukunft des Helios-Geländes aussehen. Das Schulprojekt IUS – anfänglich wegen seiner angeblichen Größe skeptisch betrachtet – war am Ende für nahezu alle Werkstattbesucher eine denkbare Lösung: Fachleute aus der Schulverwaltung und von der Universität machten deutlich, die IUS werde das Helios-Gelände nicht dominieren und der Bestand an der Heliosstraße – inklusive Underground, DQE und Parma – könne erhalten bleiben. Somit gehen die Werkstattteilnehmer am 24. März mit großen Übereinstimmungen in die zweite Runde der Bürgerbeteiligung – und das Einkaufszentrum bleibt aller Voraussicht nach in der Schreckenskammer der 80er-Jahre-Stadtplanung.

Blickwinkel Handel: Gruppe C1

Blickwinkel Handel: Gruppe C1

100 Bürger entwickeln überwältigende Übereinstimmung in den Vorstellungen zur Zukunft des Helios-Geländes. Ausnahmslos sind sich Ehrenfelder einig darüber, dass Ehrenfeld kein Einkaufszentrum auf dem Helios-Gelände braucht, und deshalb die geplante Erweiterung des zentrenrelevanten Bereiches (Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes der Stadt Köln) abgelehnt wird.

Alle Bürger wollen ein autofreies Areal mit großer Aufenthaltsqualität, schöne Plätze, Cafés und Bäume. Sie wollen das Gelände jederzeit zu Fuß oder mit Fahrrad durchqueren. Die Heliosstraße soll vom Durchgangsverkehr befreit werden, damit sich die Kulturmeile in den historischen Gebäuden weiterentwickeln kann. Vom Ehrenfeldgürtel spaziert man zum Grünen Weg, vom Bahnhof Ehrenfeld zum Underground – ein überregional bekannter Club und eine Ehrenfelder Institution. Die Öffnung eines Bahnbogens für Fußgänger und Fahrradfahrer zu Rathaus, Parkhaus, Bürgerzentrum und Park, Cinenova und Herbrands würde nicht nur eine Anbindung des Helios-Geländes in diese Richtung schaffen, sondern auch Parkplätze für das Gelände zugänglich machen.

Blickwinkel Wohnen, Kultur und Kreativwirtschaft: Gruppe 3

Blickwinkel Wohnen, Kultur und Kreativwirtschaft: Gruppe 3

Durch die Gassen zwischen den historischen Industriehallen gelangt man zur Mitte des Helios-Geländes mit neuen Gebäuden im Dialog mit den Altbauten. Die Altbauten sehen die Bürger vornehmlich vor für öffentliche, kulturelle Nutzungen, kreative Dienstleistungen, Werkstätten, Handwerksbetriebe, Ateliers, Probe- und Veranstaltungsräume. Neubauten auf bisher freien Flächen sollen vor allem für innovative Bildungs- und Wohngebäude genutzt werden: Temporäre Wohnformen, Atelier- und Studentenwohnungen wurden genannt.

Blickwinkel Bildung: Flächen

Blickwinkel Bildung: Flächen

Das Projekt einer städtischen Inklusiven Universitätsschule (IUS) fand bereits im Vorfeld große Zustimmung. Anfängliche Skepsis, dass die IUS den überwiegenden Teil des Geländes beanspruchen würde, konnte mithilfe von Fachleuten des Schulverwaltungsamtes, der Stadtplanung und Vertretern der Universität ausgeräumt werden: Mehr als die Hälfte der Schulfläche kann auch öffentlich genutzt werden. Insbesondere das für eine Schule notwendige große Außengelände dieser offen konzipierten Schule kommt den Ehrenfeldern zugute. Die IUS öffnet sich mit ihren Raumangeboten (Mensa, Bibliothek, Sporthallen, Seminarräumen, Werkstätten) bewusst den Bürgern des Viertels. Sie sucht Verbindung und Austausch mit dem Stadtteil, um Lernfelder außerhalb der Schule zu erschließen und die Schule zur Schule für alle Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu machen.

Blickwinkel Zentralität: Gruppe 1

Blickwinkel Zentralität: Gruppe 1

Die vielseitige Öffentliche Nutzung des Helios-Geländes passt zur hervorragenden Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Das verhindert außerdem steigendes KFZ-Verkehrsaufkommen, das die Bürger strikt ablehnen. Mit Kompetenz und Fantasie arbeiten die Bürger das Konzept in der zweiten Werkstatt am 24.3.2012 für das Helios-Gelände weiter aus. Die Politiker im Rat können es zu einem Leuchtturm für Köln machen.

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