Radverkehrskonzept Ehrenfeld | Stellungnahme der BI Helios

Verkehrskonzept ohne Heliosgelände?

In einer digitalen Bürgerveranstaltung wurde am 27. Oktober 2020 der Entwurf des Radverkehrskonzeptes Ehrenfeld vorgestellt. Ein daraus resultierendes Handlungskonzept soll nun von der Bezirksvertretung Ehrenfeld beschlossen werden und der Verwaltung anschließend als Leitfaden für künftige Planungen des Radverkehrs in Ehrenfeld dienen.

Auf der Internetseite der Stadt Köln zum Radverkehrskonzept Ehrenfeld stehen umfangreiche Informationen, Pläne und vor allem auch die Unterlagen zur Bürgerinformationsveranstaltung zur Verfügung.

Es freut uns, dass zahlreiche Gedanken und Anregungen für mehr Aufenthaltsqualität, eines sicheren Schulradwegenetz oder die Vorschläge für einen verkehrsberuhigtem Geschäftsbereich enthalten sind.

Nicht akzeptieren können wir allerdings, dass nun lediglich geprüft werden soll, ob eine ähnliche Gestaltung auf der Venloer Straße zwischen Ehrenfeldgürtel und Bahnüberführung auf Höhe des Heliosgeländes umgesetzt werden kann. Hier ist der Vorplatz des Bahnhofs, der als überregionale Verbindung von zentraler Bedeutung für Ehrenfeld ist, und Übergang zum Heliosgelände, auf dem u. a. eine bundesweit einzigartige Schule entsteht.

Und völlig unverständlich ist uns, dass im Rahmen des Radverkehrskonzeptes das Gebiet Heliosgelände vollständig ausgeblendet wird.

Wir fordern die Achtung des Kodex!

Im Juni 2012 wurden die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung zum Heliosgelände der Öffentlichkeit vorgestellt: das Leitbild „Belebtes Stadtquartier für Alle“ und der Kodex, der der zukünftigen Gestaltung und Nutzung des Heliosgeländes zugrunde liegen soll. Dieser Kodex legt unter anderem fest, ein innovatives Verkehrskonzept unter Berücksichtigung der Belange aller Verkehrsteilnehmerinnen zu entwickeln.

Wir haben einen Brief an die Oberbürgermeisterin Henriette Reker geschrieben und dieses Schreiben weiteren Verantwortlichen in Politik und Verwaltung zur Kenntnis gegeben.

Text der Stellungnahme siehe unten oder Download als PDF.

Wir möchten alle Interessierten und die vielen, vielen Menschen, die sich über Jahre im Bürgerbeteiligungsverfahren zum Heliosgelände eingebracht haben aufrufen, die Einhaltung des Kodex und die Umsetzung des innovativen Verkehrskonzept einzufordern.

Wenn der Anspruch eines ergebnisoffenen und ehrlichen Dialogs und einer wertschätzenden Beteiligung der Bürgerinnen ernstgemeint ist, dann muss spätestens mit dem Radverkehrskonzept Ehrenfeld auch das innovative Verkehrskonzept im Umfeld des Heliosgeländes berücksichtigt, konkret geplant und umgesetzt werden.


Die Diskussionen innerhalb der Bezirksvertretung Ehrenfeld zum Radverkehrskonzept beginnen voraussichtlich auf der Sitzung der Bezirksvertretung am Montag, 7. Dezember 2020.

* Informationen zu der im Brief genannte Stellungnahme zum B-Plan-Verfahren


Köln, 27.10.2020

Radverkehrskonzept Ehrenfeld und Heliosgelände

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Reker,

im Juni 2012 wurden die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung zum Heliosgelände der Öffentlichkeit vorgestellt. Formuliert wurden das Leitbild „Belebtes Stadtquartier für Alle“ und der Kodex, in dem die mehrheitlich getragenen Ziele und Vorgaben aller beteiligten Akteure (Bürger*innen, Vertreter*innen der politischen Parteien, der Verwaltung und des Investors) zum Ausdruck kamen. Der Kodex soll der zukünftigen Gestaltung und Nutzung des Heliosgeländes zugrunde liegen.
Dieser Kodex legt unter anderem fest, ein innovatives Verkehrskonzept unter Berücksichtigung der Belange aller Verkehrsteilnehmer*innen zu entwickeln. Für die Heliosstraße heißt es, dass diese zukünftig als Shared Space weniger Verkehre aufnehmen und mehr Aufenthaltsqualität bieten soll. Im Bereich Heliosstraße/Ecke Venloer ist die Öffnung des Geländes und ein Café mit Platz am Heliosturm fest vorgesehen. Auch das städtebauliche Konzept sieht die Schaffung eines durch vielfältige Wegebeziehungen und Platzräume geprägten Quartiers mit enger Verknüpfung an die umliegenden Stadträume vor.

In unserer Stellungnahme zur frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit im B-Plan-Verfahren zum Heliosgelände im Oktober 2017 forderten wir nochmals eine Initiative zur Umsetzung des innovativen Verkehrskonzeptes für das Umfeld des Heliosgeländes. Hierbei bezogen wir uns ausdrücklich auch auf das geplante Radverkehrskonzept Ehrenfeld.


Bei der Entwicklung des Verkehrskonzeptes rund um das Heliosgelände sollen berücksichtigt werden:

  • Radverkehrskonzept Ehrenfeld,
  • zentraler Mobilitätsknoten Bahnhof Ehrenfeld. Neuordnung mit attraktivem Begegnungsraum „Ehrenfelder Bahnhofsvorplatz“ und Bahnbögen,
  • Optimierung der Kreuzung Ehrenfeldgürtel und der Venloer Straße bis zum Bahnhof für den Fuß- und Radverkehr,
  • Verbesserung der Radwegeverbindung Ehrenfeldgürtel (Zweiwegeverbindung zwischen Zugang Gelände und Venloer Str.),
  • Konzept für Rad- und Fußverkehr Vogelsanger Straße von und in umliegende Quartiere.


Es freut uns, dass der Gedanke nach mehr Aufenthaltsqualität und Shared Space auch in den aktuellen Vorschlägen der Gutachter zum Radverkehrskonzept enthalten ist. In den Unterlagen zur Bürgerinformationsveranstaltung am 27.10.2020 heißt es:
Die zentralen Plätze am Barthonia-Forum und an der Kirche St. Joseph sollten in einen SharedSpace-Bereich umgebaut werden, um die Gleichberechtigung der Verkehrsteilnehmer und die Aufenthaltfunktion weiter zu stärken.

Wir unterstützen die starke Einbeziehung eines Schulradwegenetz gerade auch mit Blick auf die entstehende Helios-Schule mit über 1.000 Schüler*innen, Studierenden und Lehrkräften.
Ebenso unterstützen wir die Stärkung des bezirklichen Versorgungszentrums Venloer Straße durch die Realisierung der von den Gutachtern bevorzugten Variante „Verkehrsberuhigter Geschäftsbereich / Tempo 20-Zone“ ausdrücklich.

Nicht akzeptieren können wir allerdings, dass nun lediglich geprüft werden soll, „ob eine ähnliche Gestaltung im Abschnitt Venloer Straße zwischen Gürtel und Äußerer Kanalstraße umgesetzt werden kann.“

Völlig unverständlich ist uns, dass im Rahmen des Radverkehrskonzeptes das Gebiet Heliosgelände vollständig ausgeblendet wird.

Auf der Webseite der Stadt Köln wird formuliert, dass „zusammen mit den Ehrenfelder Bürgerinnen und Bürgern […] das Leitbild „Belebtes Stadtquartier für alle“ entwickelt sowie die Grundlagen für die weitere Gestaltung des Gebiets erarbeitet [wurden].“

Wenn der Anspruch eines ergebnisoffenen und ehrlichen Dialogs und einer wertschätzenden Beteiligung der Bürger*innen ernstgenommen werden soll, dann muss spätestens mit dem Radverkehrskonzept Ehrenfeld auch das innovative Verkehrskonzept im Umfeld des Heliosgeländes berücksichtigt, konkret geplant und umgesetzt werden.


Wir fordern die Achtung des Kodex!


Mit freundlichen Grüßen,
Hanswerner Möllmann
(Sprecher der Bürgerinitiative Helios)


Dieses Schreiben erhalten zur Kenntnis ebenfalls:

  • Josef Wirges, Bezirksbürgermeister Ehrenfeld
  • Jürgen Möller, Fahrradbeauftragter der Stadt Köln
  • Klaus Harzendorf, Amt für Straßen und Verkehrsentwicklung
  • Eva Herr, Stadtplanungsamt
  • Dr. Rainer Heinz, Büro für Öffentlichkeitsbeteiligung
  • Bezirksvertretung Ehrenfeld
  • Planungsbüro VIA
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