Offener Brief an Baudezernent Höing

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Franz-Josef Höing

Die Berichte und Mutmaßungen über den drohenden Abriss dreier Gebäude (Underground, DQE-Halle, Parma Delikatessen) auf dem Helios-Gelände haben uns dazu bewogen, in einem Offenen Brief an den Kölner Baudezernenten Franz-Josef Höing um ein persönliches Gespräch zu bitten. Wir vermuten, dass die Investorengruppe durch einen raschen Abriss der Bauten Fakten schaffen will, die dem Beschluss der Bürgerbeteiligung entgegenstehen. Im Folgenden dokumentieren unseren Brief an den Dezernenten:


In der letzten Woche berichtete die Kölner Presse über den Abbruchantrag, den die Eigentümer des Helios-Geländes bereits Ende November 2012 bei der Stadt Köln gestellt haben. Den Artikeln kann man entnehmen, dass davon auch die historischen Gebäude entlang der Heliosstraße betroffen sind.

Wichtige Ergebnisse des Bürgerbeteiligungsverfahrens sind die Ideen zur Kulturmeile Heliosstraße und zur Bedeutung der historischen Gebäude für die Identität des Helios-Geländes.

Aus dem verabschiedeten Kodex:

3. „Kulturmeile Helios“
Die Heliosstraße soll als Kulturschwerpunkt ausgebaut werden. Die bestehenden kulturellen Einrichtungen und Orte auf dem Helios-Gelände sind wichtige Teile der Kulturszene Ehrenfelds, deren Erhalt gesichert werden soll.Die historischen Hallen sind Potenzial für die Weiterentwicklung von Kultur und Kreativwirtschaft.

6. Historische Gebäude als Wahrzeichen
Die Bewahrung des historischen Gebäudeensembles prägt die Identität des Helios-Geländes und soll richtungweisend für die zukünftige bauliche Entwicklung sein. Rheinlandhalle und Heliosturm sollen als prominente Gebäude bespielt werden und deutlich wahrnehmbar bleiben.

Eine vorzeitig erteilte Abbruchgenehmigung würde beide Ergebnisse nicht berücksichtigen. Ein jüngst vom Rheinischen Amt für Denkmalpflege erstelltes Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die ehemalige Kraftzentrale (italienischer Supermarkt) ein erhaltenswertes Gebäude ist. Der Mauer an der Heliosstraße wird sogar Denkmalwert bescheinigt. Eine Stellungnahme des Kölner Stadtkonservators dazu steht noch aus. Eine vorzeitig erteilte Abbruchgenehmigung würde vor dem Ergebnis dieser Prüfung unwiderruflich Fakten schaffen.

Das Bürgerbeteiligungsverfahren im 1. Halbjahr 2012 endete mit der Zusage der Stadt Köln, die weitere Entwicklung auf dem Gelände durch einen städtebaulichen Wettbewerb klären zu lassen.

Eine vorzeitig erteilte Abbruchgenehmigung widerspricht dieser Zusage. Nur ein städtebaulicher Wettbewerb für das gesamte Gelände kann alle Potenziale ausschöpfen, dies mit Blick auf die Ausnutzbarkeit des Geländes und die Vorstellungen der Bürger aus dem Beteiligungsverfahren.

Wir appellieren an Franz-Josef Höing als Dezernent für Planen und Bauen der Stadt Köln, keine dem weiteren Verfahren vorgreifende Genehmigung zu erteilen. Wir würden uns über ein persönliches Gespräch über den weiteren Ablauf des Verfahrens sehr freuen.

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