Der StEA als Bremser – kein Votum für die IUS

StEA-Sitzung: Kein Votum für die IUS

StEA-Sitzung: Kein Votum für die IUS

Zwar hat der Stadtentwicklungsausschuss (StEA) die Verwaltung beauftragt, Kodex und Leitbild der Bürgerbeteiligung in den Wettbewerb zur Neugestaltung des Helios-Geländes einfließen zu lassen. Den Bau der Inklusiven Universitätsschule (IUS) wollen die Ausschussmitglieder in der Mehrheit jedoch zunächst nur prüfen lassen.

Tenor: Schule zu teuer, Gelände zu klein

Der Ausschussvorsitzende Karl Jürgen Klipper (CDU) will die Realisierung des Schulprojekts davon abhängig machen, ob Bund und Land bereit seien, sich an den Kosten zu beteiligen. Für Barbara Moritz von den Grünen ist das Gelände schlicht zu klein für die IUS. Dabei konnte Prof. Kersten Reich von der Initiative „school is open“ bereits in der zweiten Helios-Werkstatt nachweisen, dass die IUS lediglich 11.600 Quadratmeter Grundfläche benötige – wesentlich weniger ist, als noch in der ersten Werkstatt kolportiert wurde (16.000 Quadratmeter). Das Gerücht von der angeblich zu großen Schulfläche ist nicht tot zu kriegen. Nur Baudezernent Franz-Josef Höing widersprach: Er zeichne abends statt zu lesen und da habe er auch schon mal das zukünftige Helios-Gelände entworfen. Ergebnis: Die Schule passt auf das Areal!

An der IUS scheiden sich die (Partei-)Geister

Zu einem eindeutigen Ja zum Schulbau konnte sich der StEA also nicht durchringen – auf Stadtebene gelten halt auch innerhalb der Fraktionen andere Interessenlagen als im Bezirk Ehrenfeld, wo sich die Bezirksvertretung noch mehrheitlich für die IUS ausgesprochen hatte.

Höing für „offenen Wettbewerb“

Baudezernent Franz-Josef Höing

Franz-Josef Höing, neuer Kölner Baudezernent

Immerhin zeigte Höing sich empfänglich für die Forderung nach möglichst großer Transparenz des Wettbewerbs. Er versprach ein offenes Wettbewerbsverfahren und sagte wörtlich: „Das ist ein unkonventioneller Ort, das war eine unkonventionelle Bürgerbeteiligung und das verlangt nun auch einen unkonventionelen Wettbewerb, der offen sein und die Bürger miteinbeziehen muss.“

Bauwens übernimmt Anteile der Miteigentümer

Unterdessen gab der Investor Bauwens Development bekannt, nun Alleineigentümer des gesamten Helios-Geländes zu sein. Das mache eine zügige Weiterentwicklung des Areals zwar einfacher, erhöhe aber auch den wirtschaftlichen Druck auf das Unternehmen. Bauwens Development forderte eine rasche und eindeutige Entscheidung der Politik hinsichtlich der Schulfrage – was in diesem Fall bedeutet, die Stadt solle den Schulbau verwerfen. Das Unternehmen möchte nämlich auf dem Gelände tun, was es nach eigener Aussage am besten kann: Luxus-Wohnungen bauen.


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2 Antworten zu Der StEA als Bremser – kein Votum für die IUS

  1. Hartmut Misgeld schreibt:

    Ich habe Herrn Höing am 8.11. im StEA gehört, ich habe ihn gestern im Domforum in einer Veranstaltung gehört und ich glaube ihm, dass er starke Sympathie für Bürgerbeteiligung hat. Aber ein Hindernis, das er selbst gestern nannte, ist die Sparpolitik des Rates: Jeder Schritt der BB kostet Geld, das nicht da sei. Zweites Hindernis: Was ist gemeint mit „in die weitere Planung einfließen“ sollen die Ergebnisse des moderierten Verfahrens? In der Bürgerbeteiligung zur Zukunft des Einsturzortes Historisches Archiv haben wir gerade erlebt:

    Die Ergebnisse von Workshops im Juli 2011 und Schlussfassung vom 2.12.11 sind in den Wettbewerb und die Auslobung EINGEFLOSSEN, denn die erarbeiteten Texte wurden weitergereicht. Aber der Text der Auslobung (den wir freundlicherweise einsehen konnten NACH der Sitzung des Preisgerichts am 30./31.10.2012) war so abgefasst, dass zentrale Forderungen der BB fehlten oder nur mit äußerst dünnen Worten vorkamen.

    Also passt auf, lasst nicht nach im Drängen auf Einsicht in die Auslobung und Beteiligung am Preisgericht. Toi-toi-toi.

  2. Andreas Lemke schreibt:

    Lieber Herr Misgeld, vielen Dank für die aufmunternden und hilfreichen Worte. Wir müssen wirklich alles daran setzen, den Auslobungstext VOR der Auslobung in die Finger zu kriegen. – Ja so ist das in Köln: Der Wille zu mehr Bürgerbeteiligung ist da – für die Umsetzung der Beschlüsse fehlt es dann aber an Tatkraft in Politik und Verwaltung. Beziehungsweise: Bei Wettbewerb und Auslobung lässt sich die Verwaltung ungern reinreden – da hat sich leider noch nichts zum Guten gewendet. Wir hoffen aber auch weiter auf Herrn Höing!

    Viele Grüße Andreas Lemke

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