Unser Konzept für die Bürgerbeteiligung – Stand Januar 2011

Worum geht es?

Auf dem Helios-Gelände zwischen Gürtel, Venloer- und Vogelsanger Straße will das Bauunternehmen Bauwens eine Shopping-Mall mit über 20.000 bis 30.000 m² Verkaufsfläche errichten – das ist fast so viel, wie es jetzt schon entlang der Venloer Straße gibt! Daneben sind 8.000 m² Mittelklasse-Wohnraum sowie 3.500 m² Bürofläche geplant. Öffentlicher Raum und Kultureinrichtungen sind nicht oder kaum vorgesehen; große Teile des Bestands (Underground, Ateliers, Proberäume usw.) sollen verschwinden.

Was ist bisher passiert?

Im Mai 2010 hat sich die überparteiliche Bürgerinitiative (BI) Helios gegründet, die diese Entwicklungen kritisch sieht und eigene Perspektiven für das Helios-Gelände entwickeln will. Die BI hat etwa 4000 Facebookfreunde, mehrere Hundert Newsletterempfänger und etwa 50 aktive Mitglieder, die zum Teil in einzelnen Arbeitsgruppen bestimmten Themen nachgehen (Stadtentwicklung, Kultur usw.). Im August 2010 hat die BI Hanswerner Möllmann zu ihrem Sprecher gewählt, im September 2010 hat die BI ausführliche Ziele formuliert.

Wie sieht die Bürgerbeteiligung aus?

Eines der Ziele ist, dass bei den Planungen für das Helios-Gelände die Bürgerinnen und Bürger miteinbezogen werden. Dieses Ziel ist erreicht: Laut eines einstimmigen Beschlusses der Ehrenfelder Bezirksvertretung und des Stadtentwicklungsausschusses des Rates der Stadt Köln soll es eine vertiefte Bürgerbeteiligung mit einer externen Moderation zur Gestaltung des Helios-Geländes geben. Die BI hat mit anderen Ehrenfelder Akteuren konkrete Vorschläge für die Ausgestaltung einer solchen Bürgerbeteiligung erarbeitet und von Politik und Stadtverwaltung die Zusage erhalten, dass diese bei den Planungen der Bürgerbeteiligung mit einfließen. Vorgesehen sind von uns unter anderem mehrere öffentliche Themenabende, an denen an Runden Tischen diskutiert wird, was für das Helios-Gelände vorstellbar und verträglich ist und was nicht. Die Ergebnisse dieser Bürgerbeteiligung sollen dann bei den folgenden politischen Beschlüssen berücksichtigt werden. Für die BI gilt es jetzt, sich auf diese Themenabende vorzubereiten und Leute zu mobilisieren, die sich kompetent beteiligen können (siehe: Weitere Informationen zur Bürgerbeteiligung).

Wie sind die Chancen?

Wir gehen davon aus, dass die Bürgerbeteiligung unseren Vorstellungen entsprechend geplant wird. Wie sie verlaufen wird und welche Ergebnisse sie zeigt, hängt auch vom Engagement der BI ab. Generell scheint es so, als habe der durch die BI initiierte breite und deutliche Widerstand gegen eine Shopping Mall auf dem Helios-Gelände dazu geführt, dass Vertreter der Politik dem Vorhaben ebenfalls skeptisch gegenüberstehen. Der Investor, der letzten Gesprächen zufolge zwar an seinen Plänen festhält, ist zumindest nachdenklich geworden und will nichts über’s Knie brechen … Die BI bleibt wachsam und setzt sich weiterhin für eine an die Veedelsstruktur angepasste Entwicklung ein.


Vorschlag der BI und anderer Ehrenfelder Akteure zur Bürgerbeteiligung

A STANDPUNKTE – VORBEREITUNG

Grundlagen

Die bereits existierenden und die zukünftigen Planungen für den Stadtteil werden aufgearbeitet und als Materialien der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Dazu gehören: Rahmenplanungen Ehrenfeld – Leitbild Ehrenfeld – Potenzialanalyse/ Einzelhandelskonzept – Bestandsbauten und Denkmale – Planung Investor – Vorgänger-/Nachbarplanungen

Akteure

Investor – Verwaltung der Stadt Köln, Gestaltungsbeirat – Bezirksvertretung und Parteien – Bürgerinitiative Helios – Design Quartier Ehrenfeld DQE – IG Ehrenfeld/IG Landmannstraße – Soziale Träger z.B. Jugendhilfe, Eva, Caritas, Ditib – Vereine: Bürgerverein Ehrenfeld, Kultur Köln 30, Adresse Neptunplatz, Jack in the Box etc. – Hochschulen (FHs, RWTH)

Veranstaltungen von Akteuren

z. B. DQE, BI Helios, Abende zu Einzelthemen, Führungen, Exkursionen, Workshops, Studentenentwürfe

B BÜRGERBETEILIGUNGSVERFAHREN – THEMENABENDE

Impulsvorträge – Runde Tische mit gemischten Runden erarbeiten das Thema – moderierte Vorstellung der Ergebnisse – Aufarbeitung + Dokumentation der Ergebnisse durch die Moderation

Themenabend Öffentliche Räume (Durchwegung, Vernetzung/Kontext realisierte und neue „Nachbar“planungen z.B. Grüner Weg, Melatenviertel, Vulkangelände, Bahnbögen, Venloer Straße, Grünbrücke, Güterbahnhof; Grün, Verkehr, Klimakonzept/ökologischer Stadtteil)

Themenabend Einzelhandel – Kreativwirtschaft – Gewerbe (Neue Arbeitsformen, Bestandsnutzungen)

Themenabend Kultur und Soziales (Partykultur, Zentrum Alte Musik, Bestandsnutzungen, Kulturzentrum Helios, Migration)

Themenabend Wohnen – Vielfalt (Neue Wohnformen – unterschiedliche Formen z. B. Wohnen/Arbeiten – Zielgruppen z. B. Studenten, Mehrgenerationenwohnen, Familienfreundlichkeit?; Lärmbelastung

Themenabend Bauliche Strukturen (Denkmale/ Verbindung von Neu + Alt, Umnutzung, Nachhaltigkeit, Energiekonzept)

Konstante Nebenthemen: Verkehr, „Nachbar“planungen, Klima/Energie/CO2-freier Stadtteil

C ERGEBNISPRÄSENTATION

  • Dokumentation des Verfahrens durch das Moderationsbüro
  • Ausstellung der Ergebnisse für die Bürger (DQE Halle)
  • Internetpräsentation aller Materialien und Ergebnisse

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